Lineare Erörterung schreiben einfach erklärt


 

Was ist eine lineare Erörterung?

  • Die lineare Erörterung beschreibt eine persönliche Meinung zu einem Thema.
  • Bei der linearen Erörterung wird eine Fragestellung vorgegeben (kein Text, sondern nur eine Frage). 
  • Du musst eine klare Position beziehen und aus einer Perspektive argumentieren (kein pro und contra).
  • Entscheide Dich, ob Du für oder gegen etwas bist? Beides geht nicht.
  • Du fängst mit dem schwächsten Argument an und steigerst die Argumente. Das wichtigste Argument kommt zum Schluss.
  • Vorsicht: Bei einer Ja oder Nein Frage handelt es sich um eine dialektische Erörterung  (pro- und contra Erörterung).

 

Lineare Erörterung Thema

Warum ist der Nachmittagsunterricht für Eltern, Schüler und Lehrer sinnvoll?

  • Hier kannst du nicht mit Ja oder  Nein auf die Frage antworten.
  • Überlege Dir, ob Du für oder gegen den Nachmittagsunterricht bist.
  • Wenn Du dafür bist, nenne alle Vorteile des Nachmittagunterrichts.
  • Wenn Du dagegen bist, nenne alle Nachteile des Nachmittagsunterrichts.
  • Aber niemals beides nennen!

 

Lineare Erörterung Aufbau

1. Einleitung

  • Thema der Erörterung
  • Handelt es sich um eine Tatsache, ein Zitat oder Vorurteil, ein Sprichwort, eine gängige Meinung

 

2. Hauptteil

These aufstellen: Der Nachmittagsunterricht ist gut für alleinerziehende Mütter.

Argument 1: schwächstes Argument

  • Die Mütter können somit auch in Vollzeit arbeiten
  • Beispiel: Das zeigen die Statistiken des Bundesamtes.

Argument 2: mittelstarkes Argument

  • Die Mütter haben nämlich keine Zeit für die Hausaufgabenbetreuung. Die Betreuung wird somit in der Schule gewährleistet.
  • Beispiel: Schüler, die den Nachmittagsunterricht besuchen haben noch nie die Hausaufgaben vergessen und erledigen diese sorgfältiger.

Argument 3: stärkstes Argument

 

3. Schluss

  • Zusammenfassung des Hauptteils. Aber keine Wiederholung der Argumente. Fazit.
  • Persönliche Meinung abschließend abrunden. Eine abschließende Wertung. Achtung keine Wiederholung; nur eine kurze Zusammenfassung der persönlichen Meinung.
  • Bedeutung des Themas für die Zukunft.

 

Lineare Erörterung Beispiel

Für alte, kranke und sterbende Menschen haben wir heutzutage immer weniger Zeit. Warum ist das so?  

Nenne Ursachen für diese Entwicklung.

Einleitung A (historischer Einstieg)

Zu Zeiten, als es noch die Großfamilie gab, wurde man innerhalb der Familie alt. Bei Krankheit konnte man von anderen Familienmitgliedern gepflegt und versorgt werden. Auch das Sterben vollzog sich in der eigenen Familie. Heute ist das anders. Anonyme Pflegeheime, sterile Krankenhäuser sind die Aussicht, auf die Alte und Kranke blicken können. Da dieses Problem zwangsläufig auf jeden von uns zukommt, sollen im Folgenden einige Ursachen für diese Entwicklung aufgezeigt werden. Warum also haben wir für unsere alten, kranken und sterbenden Mitmenschen kaum noch Zeit?

Einleitung B (persönlicher Einstieg)

Vor kurzem erzählte mir eine Krankengymnastin, dass sie ursprünglich Ärztin hatte werden wollen. Nachdem sie eine Weile in einem Krankenhaus gearbeitet hatte, um sich ein Bild von diesem Beruf zu machen, änderte sie ihren Entschluss. Der Grund: Sie konnte die „Massenabfertigung" von Kranken in der Klinik nicht ertragen. „Die Ärzte haben keine Zeit für die Alten und Kranken." Und die Verwandten? „Die liefern die Sterbenden im Krankenhaus ab, damit sie ihre Ruhe haben." Dieses Gespräch kam mir in den folgenden Tagen immer wieder in den Sinn und ich begann mir Gedanken zu machen, woran es liegt, dass wir für alte, kranke und sterbende Mitbürger heute kaum noch Zeit haben oder uns keine Zeit nehmen.

 

Hauptteil: These, Argument, Beispiel

(These)In unserer Wohlstandsgesellschaft ist das Angebot an Freizeitmöglichkeiten und damit die Ablenkungen sehr groß. Sport, Reisen, mit Freunden feiern - all das nimmt unsere Zeit und unser Denken in Anspruch.

(Argument) Für einen kurzen Besuch muss man Zeit und manchmal auch Geduld investieren, oft aber ist man nicht bereit, andere attraktivere Dinge dafür hinten anzustellen oder gar ausfallen zu lassen.

(Beispiel, Frage) Warum – so denken viele - sollte man bei dem alten Onkel vorbeischaun, der immer nur von seinen Krankheiten spricht oder alte Geschichten erzählt, wenn anderswo die Freunde oder Zerstreuungen warten? 

 

(These) Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Scheu der meisten Menschen, sich mit dem Tod zu befassen. Man vermeidet ganz allgemein lieber den Gedanken daran, dass man selbst alt und krank werden könnte.

(Argument) Die Medien und insbesondere die Werbung führen uns nur junge, aktive und gesunde Menschen vor. Man schiebt alles, was ans Altern denken lassen kann, weit von sich. Pflegebedürftige Menschen würden uns aus unserer Illusion von der ewigen Jugend reißen.

(Beleg) Deshalb werden viele alte Leute ins Alten- oder Pflegeheim abgeschoben. Dort werden sie dann oft selten besucht und vereinsamen zunehmend. Wir zahlen lieber für Hilfsdienste, anstatt uns selbst mit den Menschen zu befassen.

(Beispiel) Eine Nachbarin sagte neulich sogar, sie könne einfach keine kranken Menschen sehen. 

 

Schlussteil

Auf der einen Seite ist in unserer materialistischen Gesellschaft kein Platz für Alter, Krankheit und Tod. Andererseits ist es wohl keinem verborgen geblieben, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Das heißt, dass der Anteil der Alten stetig wächst. Wir sind also gezwungen, uns mit den sich daraus ergebenden Problemen auseinander zu setzen. Hilfsbereitschaft macht uns menschlich und fördert das soziale Miteinander und das sollten wir entgegen dem Trend auch bleiben. (Forderung)

Dazu kommt, dass wir selbst nicht ewig jung bleiben und später einmal selbst auf die Hilfe junger Mitmenschen angewiesen sein werden. (persönl. Bezug)

 

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