Die literarischen Werke, die in den Jahren 750- 1050 entstanden sind, gehören zur Althochdeutsche Dichtung. Die Werke waren vor allem für das Mittelalter abgestimmt und wurden meistens mündlich weitergegeben und vorgelesen. Der damals typische Endreim wurde durch den Stabreim aufgelöst. 

Gotfried/ Otfrid von Weissenburg, ein althochdeutscher Dichter, versuchte der damaligen Sprache einen heimatlichen (rheinfränkisch) Dialekt zu geben und schrieb seine Alltagssprache auf. Weissenburg übersetzte die Evangelien aus dem Neuen Testament in die rheinfränkische Sprache und griff auf neue oder umgeänderte Wörter seines Dialektes zurück (Evangelienbuch). Das Evangelienbuch ist der erste altdeutsche Text mit Endreimen mit dem Thema Christentum.

 

Originalversion: 

Gileitit ward thô druhtîn Krist / thâr ein einôti ist
in steti filu wuaste / fon themo gotes geiste.

 

Übersetzte Version:

Der Herr Christus wurde dann dorthin geführt, wo eine Einöde ist, zu einer sehr wüsten Stätte, von dem Geist Gottes.

 

In der originalen Version erkennt man das Verspaar in einer Zeile (Langzeile).  Das Metrum zeigt, dass es ein Endreim ist. Die Kadenz beschreibt zwei Verse, die durch die Aussprache verbunden sind. (Krist und wuaste). Bereits in der althochdeutschen Dichtung, hatte die Silbenbetonung eine sehr große Bedeutung.

Die althochdeutsche Literatur war für die Menschen, die Latein nicht beherrschten konnten. Die ersten Schriftlichen Werke sind 764/772 überliefert worden. 

Arebo von Freising war Bischof und Verfasser des Abrogans, einem lateinisch- alt-hochdeutschem Glossar und ist das älteste, noch erhaltene Buch auf Deutsch. Wei-tere Literatur, die in der altdeutschen Dichtung sind: Wessobrunner Gebet, Hilde-brandslied, Mûspilli und Merseburger Zaubersprüche. 

Das Wessobrunner Gebet (814) gilt auch als eines der ältesten Stücke in der altdeut-schen Dichtung. Es handelt um Gott, Sünde und Schöpfung und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil gibt es Stabreime und der zweite Teil ist in Prosa.

 

Ausschnitt aus der originalen Version (Teil 1): 

Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista
Dat ero ni uuas noh ufhimil
noh paum noh pereg ni uuas

 

Die Übersetzung auf Deutsch: 

Das erfuhr ich unter den Menschen als der Wunder größtes,
Dass Erde nicht war, noch Himmel oben,
Nicht Baum noch Berg nicht war,

 

Ausschnitt aus der originalen Version (Teil 2): 

cot almahtico du himil enti erda gauuorahtos enti du mannun so manac coot forgapi forgip mir in dino ganada rehta galaupa enti cotan uuilleon uuistom

 

Die Übersetzung auf Deutsch: 

Gott allmächtiger, der du Himmel und Erde wirktest und der du den Menschen so mannigfach Gutes gegeben, gib mir in deiner Gnade rechten Glauben.

 

Das Mûspilli Werk ist eine Stabreimdichtung und beschreibt das Ende der Welt und des Lebens. Die Herkunft des Begriffes „Mûspilli“ ist ungeklärt. 

Der Heliand beschreibt das Christentum und ist mit ca. 6000 Stabreimen sehr um-fangreich. 

Das Ludwigslied, das älteste deutsche Lied ist ein endreimendes Gedicht und be-schreibt den Sieg vom Ludwig dem III. in Frankreich. Das Lied spaltet sich in zwei Tei-le und beschreibt das Leben des Königs und dem Glauben an Gott.  

 

Originale Version:

Einan kuning uueiz ih, / Heizsit her Hluduig,
Ther gerno gode thionot: / Ih uueiz her imos lonot.

 

Die Übersetzung auf Deutsch: 

Ich kenne einen König: Ludwig ist sein Name, er dient Gott mit ganzem Herzen. Ich bin gewiss, er

 

Das Ludwigslied beendet die Epoche der altdeutschen Dichtung. 
 

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